{"id":19,"date":"2021-08-19T08:32:26","date_gmt":"2021-08-19T08:32:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/?page_id=19"},"modified":"2021-08-30T06:27:40","modified_gmt":"2021-08-30T06:27:40","slug":"biografie","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/index.php\/biografie\/","title":{"rendered":"Biographie"},"content":{"rendered":"\n<p>Kurt Gerstein wurde am 11. August 1905 in M\u00fcnster\/Westfalen geboren. Die Familie Gerstein ist eine in Westfalen relativ bekannte und renommierte Familie, die vor allem in Justiz und Wirtschaft immer wieder leitende Positionen besetzt hat. Kurt Gersteins Vater war Landgerichtspr\u00e4sident; die vielfachen Versetzungen seines Vaters im Justizdienst f\u00fchrten dazu, dass Kurt Gerstein seine Jugend in verschiedenen St\u00e4dten verbrachte: 1905-1911 M\u00fcnster, 1911-1919 Saarbr\u00fccken, 1919-1921 Halberstadt und 1921-1925 Neuruppin. In Neuruppin machte Kurt Gerstein auch das Abitur.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurt Gerstein war das sechste von sieben Kindern und war im Kreis seiner Geschwister das, was man heute ein auff\u00e4lliges Kind nennt. Seine Mutter fand ganz offensichtlich keinen Kontakt zu ihm; der Vater blieb aber zeit seines Lebens eine bestimmende Figur, mit der sich Kurt Gerstein immer wieder auseinander setzte. Dabei war das Verh\u00e4ltnis von Vater und Sohn ausgesprochen schwierig; erst sehr sp\u00e4t, nach Gersteins Tod, hat sein Vater die Lebensleistung seines Sohnes zu w\u00fcrdigen gewusst. In der Schule war Gerstein trotz aller Intelligenz ein schlechter Sch\u00fcler, der eher durch Streiche als durch gute Arbeit auffiel. Dies scheint sich erst in der Neuruppiner Zeit ge\u00e4ndert zu haben. Hier fand er auch Kontakt zu den S\u00f6hnen des dortigen Superintendenten und damit zu einem christlich gepr\u00e4gten Familienleben. Entsprechend schloss er sich nach dem Abitur an die protestantische Jugendbewegung, das hei\u00dft an den CVJM und die Sch\u00fclerbibelkreise an. Die eigentliche Zuwendung zu einem sehr pers\u00f6nlich erlebten und gelebten Christentum f\u00e4llt aber in seine Studienzeit; Gerstein studierte Bergbau in Aachen, Marburg und Berlin. Man kann durchaus von einem Bekehrungserlebnis sprechen, das Kurt Gerstein nach schweren inneren K\u00e4mpfen, bei denen es auch um die Frage der eigenen Sexualit\u00e4t ging, erlebt hat. Das Korporiertenwesen &#8211; alle Gersteins traten einer Studentenverbindung bei &#8211; stie\u00df ihn ab, und so fand er den Weg zur evangelischen Jugendarbeit. Sein Studium schloss er im Juli 1931 mit dem Grade eines Diplom-Ingenieurs ab, danach folgte die Ausbildung zum Bergassessor, die er im November 1935 abschlie\u00dfen konnte. Im Mai 1933 wurde er auf Dr\u00e4ngen der Familie Mitglied der NSDAP, auch aus beruflichen Gr\u00fcnden. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-2 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2464\" height=\"1715\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013.jpg\" alt=\"\" data-id=\"343\" data-full-url=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/index.php\/biografie\/foto_013\/\" class=\"wp-image-343\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013.jpg 2464w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013-300x209.jpg 300w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013-644x448.jpg 644w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013-768x535.jpg 768w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013-1536x1069.jpg 1536w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_013-2048x1425.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2464px) 100vw, 2464px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Geschwister Gerstein (Kurt vorn links mit Kaninchen auf dem Scho\u00df)<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"2560\" height=\"1692\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-scaled.jpg\" alt=\"\" data-id=\"332\" data-full-url=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-scaled.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/index.php\/biografie\/foto_110\/\" class=\"wp-image-332\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-scaled.jpg 2560w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-300x198.jpg 300w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-644x426.jpg 644w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-768x508.jpg 768w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-1536x1015.jpg 1536w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_110-2048x1354.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">w\u00e4hrend der Ausbildungszeit zwischen 1932 und 1934 unter Tage<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Der beginnende Kirchenkampf nahm in sofort in Anspruch, so \u00fcbernahm er im Oktober 1933 die Leitung der Sch\u00fclerbibelkreise und protestierte Ende 1933 heftig gegen die \u00dcbernahme der evangelischen Jugend in die HJ. 1935 kam es w\u00e4hrend einer Theaterauff\u00fchrung in Hagen zum Eklat, als Gerstein lautstark gegen atheistisches Gedankengut eines neugermanischen St\u00fcckes protestierte und im Theater verpr\u00fcgelt und niedergeschlagen wurde. Als er 1936 im Auftrag der Saargrubenverwaltung die Hauptversammlung des Vereins deutscher Bergleute vorbereitete, nutzte er diese Gelegenheit zur Propaganda im Sinne der Bekennenden Kirche. Dies f\u00fchrte zu seiner vor\u00fcbergehenden Verhaftung durch die Geheime Staatspolizei, aber auch, was noch schwerwiegender war, zum Ausschluss aus der NSDAP und zur Entlassung aus dem Staatsdienst. Damit war seine Karriere als Bergassessor zu Ende. Zwar hat Gerstein, wiederum auf Dr\u00e4ngen seiner Familie, den Ausschluss aus der NSDAP angefochten, es gelang aber nur, den Ausschluss in die etwas ehrenvollere Entlassung aus der NSDAP umzuwandeln.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"627\" height=\"243\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_motiv.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-117\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_motiv.jpg 627w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_motiv-300x116.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 627px) 100vw, 627px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Mit dem Ende seiner Karriere im Bergbau stand Gerstein vor erheblichen wirtschaftlichen Problemen. Zwar konnte er aus einer Firmenbeteiligung der Familie, aus der ihm eine monatliche Rente zustand, zun\u00e4chst den Gehaltsverlust \u00fcberbr\u00fccken, doch hatte er offenbar Schwierigkeiten, eine neue Stellung zu finden. Er begann im Dezember 1936 ein Medizinstudium in T\u00fcbingen, arbeitete aber auch vor\u00fcbergehend immer wieder f\u00fcr k\u00fcrzere Zeiten unter anderem im Kali-Bergbau der Wintershall AG. Im August bzw. November 1937 heiratete er Elfriede Bensch, die Schwester seines besten Freundes Alfred Bensch. Die kirchliche Trauung nahm Generalsuperintendent Dibelius, einer der f\u00fchrenden Gestalten der Bekennenden Kirche in Berlin-Brandenburg, vor. Im Juli 1938 wurde Gerstein erneut verhaftet und diesmal in das Konzentrationslager Welzheim verbracht. Die ausgesprochen schlechten Bedingungen der Haft lie\u00dfen ihn zum ersten Mal mit dem Gedanken an Selbstmord spielen, den er dann sp\u00e4ter in franz\u00f6sischer Internierung auch vollziehen sollte. Hintergrund dieser zweiten Verhaftung war abermals seine Arbeit in den Sch\u00fclerbibelkreisen, die er gegen das atheistische Gedankengut des Nationalsozialismus immun machen wollte. In diesem Zusammenhang ist auch an die Schriftenmissionsarbeit Gersteins zu erinnern, die vor allem sich auf sexualp\u00e4dagogische Fragen richtete.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"429\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-644x429.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-351\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-644x429.jpg 644w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-768x511.jpg 768w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-1536x1022.jpg 1536w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_125-2048x1363.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><figcaption>Hochzeitsbild von Ehepaar Gerstein vom 2.11.1937 in Bad Saarow<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Um die Jahreswende 1940\/1941 vollzog sich dann eine ausgesprochen \u00fcberraschende Wende in Gersteins Laufbahn; er meldete sich als Freiwilliger bei der SS und trat im M\u00e4rz 1941 in die Waffen-SS ein. Nat\u00fcrlich haben seine Freunde und Bekannten diesen Schritt zun\u00e4chst nicht verstanden, doch hat Gerstein schon damals ihn mit jener Absicht erl\u00e4utert, die er sp\u00e4ter auch in seinem ber\u00fchmten Bericht genannt hat, n\u00e4mlich einen Blick hinter die Kulissen in die \u201eFeuerofen des B\u00f6sen\u201c zu tun, um herauszubekommen, was wirklich geschah. Als ein zus\u00e4tzliches Motiv mag auch die Ermordung einer geistig behinderten Schw\u00e4gerin im Zuge des Euthanasie-Programms gelten. Gerstein erhielt eine milit\u00e4rische Ausbildung in Hamburg, Arnheim und Oranienburg und wurde dann zum Hygiene-Institut der Waffen-SS versetzt. Hier machte er schnell Karriere, weil sowohl seine Medizin- als auch seine praktischen Kenntnisse ihm zugute kamen. Es gelang ihm, mehrfach Fleckfieber- und Typhus-Epedemien erfolgreich zu bek\u00e4mpfen. So wurde er als Chef der Abteilung \u201eGesundheitstechnik\u201c bis zum Obersturmf\u00fchrer bef\u00f6rdert. Damit konnte er auch seine Familie auf eine bessere wirtschaftliche Grundlage stellen, zumal ihm inzwischen ein Sohn und eine Tochter (ein zweiter Sohn sollte noch folgen) geboren waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich gelang es Gerstein, seiner urspr\u00fcnglichen Absicht entsprechend einen Blick in die Konzentrationslager zu tun. Er erhielt den dienstlichen Auftrag, bei Erprobungen des Zyklon-B-Gases, mit dem in Belzec und Treblinka H\u00e4ftlinge umgebracht wurden, anwesend zu sein. Die Erlebnisse in Belzec und Treblinka hat er sp\u00e4ter in dem sogenannten Gerstein-Bericht niedergelegt, in dem er ausf\u00fchrlich und eindrucksvoll die Mordversuche einmal mit Autoabgasen, zum anderen mit Zyklon B schildert. Auf der R\u00fcckfahrt von Treblinka traf er am 20. August 1942 im Zuge den schwedischen Gesandtschaftsrat Baron von Otter, dem er seine Erlebnisse erz\u00e4hlte mit der Bitte, diese an das Ausland weiterzugeben. Dies hat von Otter auch getan. Ein Versuch, in \u00e4hnlicher Absicht den Apostolischen Nuntius in Berlin zu treffen, scheiterte. Doch ist belegt, dass Kurt Gerstein die Spitzen der Bekennenden Kirche, Mitglieder des niederl\u00e4ndischen Widerstandes und den schweizer Diplomaten Paul Hochstrasser informiert hat. Gleichzeitig hat er versucht, Zyklon-B-Lieferungen, die er \u00fcber sich selbst leitete, zu sabotieren, indem er sie f\u00fcr zersetzt erkl\u00e4rte, sie f\u00fcr die eigene Entwesungsarbeit verbrauchte oder beseitigte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Tarnung als \u201eSpion Gottes\u201c, wie sein franz\u00f6sischer Biograph Joffroy ihn genannt hat, hat er w\u00e4hrend des ganzen Krieges unter gro\u00dfen Anstrengungen durchgehalten. Bei Kriegsende hat er versucht, nach T\u00fcbingen, wo seine Familie lebte, zu gelangen; seine Absicht war offenbar, sich den amerikanischen Truppen zu stellen. Er wurde aber von franz\u00f6sischen Truppen in Rottweil interniert. Dort hatte er von Ende April bis Ende Mai 1945 im \u201eHotel zum Mohren\u201c den ber\u00fchmten Gerstein-Bericht als Augenzeugenbericht seiner Erlebnisse in Belzec und Treblinka niedergelegt, und zwar in mehreren Fassungen: deutsch, englisch und franz\u00f6sisch. War die Haft in Rottweil noch eine ehrenvolle Internierung, die auch ihm eine gewisse Bewegungsfreiheit lie\u00df, so \u00e4nderte sich das, als er unter der Anklage von Kriegsverbrechen, Mord und Mitt\u00e4terschaft in das Pariser Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis Cherche-Midi eingeliefert wurde. Die Verh\u00f6re, die Einzelhaft und die schlechten Haftbedingungen scheinen seinen Selbsterhaltungstrieb gebrochen zu haben. Neben Krankheitserscheinungen (Gerstein war zuckerkrank) scheint ihn vor allem die Ungewissheit \u00fcber sein Schicksal zerm\u00fcrbt zu haben und die Verzweiflung dar\u00fcber, dass er, der er immer als Zeuge der NS-Verbrechen gelten wollte, nun selber solcher angeklagt wurde. Am 25. Juli 1945 wurde Gerstein morgens in seiner Zelle erh\u00e4ngt aufgefunden, doch haben omin\u00f6se Begleitumst\u00e4nde immer wieder zu Zweifeln daran gef\u00fchrt, ob es sich wirklich um Selbstmord gehandelt hat. Eine wissenschaftliche Kl\u00e4rung steht aus, doch muss seri\u00f6serweise doch von der Selbstmordtheorie ausgegangen werden. Sein Tod ist um so tragischer, als bereits die Suche nach ihm, initiiert von Baron von Otter, angelaufen war. Gerstein wurde offenbar auch als Zeuge f\u00fcr den N\u00fcrnberger Kriegsverbrecherprozess gesucht. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery aligncenter columns-2 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"459\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-644x459.jpg\" alt=\"\" data-id=\"372\" data-full-url=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059.jpg\" data-link=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/index.php\/biografie\/foto_059\/\" class=\"wp-image-372\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-644x459.jpg 644w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-300x214.jpg 300w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-768x548.jpg 768w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-1536x1095.jpg 1536w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_059-2048x1460.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Gasthof Mohren in Rottweil<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><a href=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-644x393.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"644\" height=\"393\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-644x393.jpg\" alt=\"\" data-id=\"356\" class=\"wp-image-356\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-644x393.jpg 644w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-300x183.jpg 300w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-768x469.jpg 768w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-1536x938.jpg 1536w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/foto_061-2048x1250.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/a><figcaption class=\"blocks-gallery-item__caption\">Milit\u00e4rgef\u00e4ngnis von Cherche Midi in Paris, 1958<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Seine Familie erfuhr erst ein Jahr nach seinem Tode davon. Bei dem f\u00fcr den Rentenanspruch seiner Witwe wichtigen Entnazifizierungsverfahren erkannte die Spruchkammer in T\u00fcbingen auf \u201eBelastet\u201c, so dass Elfriede Gerstein sich und die Kinder m\u00fchsam mit eigener Arbeit durchbringen musste. 1953 wurde der Gerstein-Bericht zum ersten Mal in den renommierten Vierteljahrsheften f\u00fcr Zeitgeschichte ver\u00f6ffentlicht. 1961 wurde Gerstein noch bekannter, als Rolf Hochhuth in seinem St\u00fcck \u201eDer Stellvertreter\u201c ihn als evangelischen Partner des katholischen Pater Riccardo auftreten lie\u00df. Beide versuchen ja bekanntlich in dem St\u00fcck, den Papst zum Eingreifen gegen die Judenmorde zu bewegen. Zwei franz\u00f6sische Biographien von Saul Friedl\u00e4nder und Pierre Joffroy, die auch ins Deutsche \u00fcbersetzt wurden, sowie eine kurze Biographie seines Jugendfreundes Helmut Franz f\u00fchrten dann doch zu einer quasi Rehabilitierung. 1965 reihte Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpr\u00e4sident von Baden-W\u00fcrttemberg, Gerstein gnadenhalber in die Gruppe der Entlasteten ein. Damit war eine lange Kampagne zur Rehabilitation von Kurt Gerstein zu Ende gegangen, die vor allem von seiner Witwe Elfriede Gerstein, vom westf\u00e4lischen Pr\u00e4ses Ernst Wilm und von den Hagen-Berchumer Sch\u00fclerbibelkreisen, die ihr Haus nach Kurt Gerstein benannt hatten, gef\u00fchrt worden war; hier ist vor allem der Name des Leiters der Einrichtung Herbert Wei\u00dfelberg zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"597\" height=\"282\" src=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_haus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-126\" srcset=\"http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_haus.jpg 597w, http:\/\/www.kurt-gerstein.de\/wp-content\/uploads\/gerstein_haus-300x142.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 597px) 100vw, 597px\" \/><figcaption>Zeichnung des Kurt-Gerstein-Hauses in Berchum<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die aus den Bem\u00fchungen um Gersteins Rehabilitation hervorgegangenen Unterlagen wurden 1970 dem Landeskirchlichen Archiv in Bielefeld \u00fcbergeben. In der Folge gingen dann weitere Originaldokumente aus dem Besitz seiner Witwe in immer gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe in das Archiv \u00fcber, das nach dem Tode Elfriede Gersteins 1991 auch die Rechte an dem Nachlass besitzt. Zum 50. Todestag Kurt Gersteins formierte sich in Hagen-Berchum ein F\u00f6rderkreis Kurt Gerstein, der sich der Arbeit an der Geschichte Kurt Gersteins und seinem Gedenken verpflichtet f\u00fchlt. Der F\u00f6rderkreis veranstaltet j\u00e4hrlich eine eigene Tagung und hat diese neue gro\u00dfe Kurt-Gerstein-Ausstellung f\u00fcr die Gedenkst\u00e4tte Deutscher Widerstand erheblich gef\u00f6rdert und mitgestaltet. Auch die Ver\u00f6ffentlichung der neuen Gerstein-Biographie des Hagener Pfarrers J\u00fcrgen Sch\u00e4fer ist hier in diesem Zusammenhang zu nennen.<\/p>\n\n\n\n<p>(Prof. Dr. Bernd Hey)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Hinweis: Der F\u00f6rderkreis wurde inzwischen aufgel\u00f6st.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurt Gerstein wurde am 11. August 1905 in M\u00fcnster\/Westfalen geboren. Die Familie Gerstein ist eine in Westfalen relativ bekannte und renommierte Familie, die vor allem in Justiz und Wirtschaft immer wieder leitende Positionen besetzt hat. 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