Informationen
zur Ausstellung
und zum Film "Der Stellvertreter"
Die
Ausstellung ist in Zusammenarbeit des Landeskirchlichen Archivs Bielefeld, der
Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und des Förderkreises Kurt
Gerstein entstanden. Zunächst in der Gedenkstätte Berlin, ist sie bisher mit
großem Erfolg in vielen deutschen Städten und auch in der französischen
Hauptstadt Paris gezeigt worden. Sie würdigt die Person des SS-Obersturmführers
Kurt Gerstein, der eine der interessantesten Gestalten des deutschen
Widerstandes im Nationalsozialismus ist.
Gerstein
(geboren 1905 im westfälischen Münster) studierte nach dem Abitur Bergbau und
wurde Dipl.-Ingenieur und Bergassessor. Als Mitglied der Bekennenden Kirche war
er einer der Führer der deutschen Schülerbibelkreise und legte sich bald mit
den nationalsozialistischen Machthabern zunächst auf dem Gebiet der
Kirchenpolitik an. Propaganda für die Bekennende Kirche führte zur zweimaligen
Verhaftung, zum Ausschluss aus der NSDAP und zum Berufsverbot. Gerstein schlug
sich mit Gelegenheitsjobs durch und fing an, in Tübingen Medizin zu studieren.
1941 entschloss er sich zum Eintritt in die SS, um einen Blick hinter die
Kulissen in die „Feueröfen des Bösen“ zu tun und Genaueres über die
Euthanasie und die Judenvernichtung zu erfahren. Als
Die
Einstufung als Mitläufer und Mittäter hat Gerstein auch in der Nachkriegszeit
lange begleitet; erst 1963 wurde er rehabilitiert. Seine Rolle als Widerstandskämpfer
wurde immer mehr anerkannt; biographische Arbeiten wurden über ihn geschrieben
und seine Rolle auch in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gewürdigt.
Vor
allem Rolf Hochhuths Stück "Der Stellvertreter" (1963) trug zur
Rehabilitierung Gersteins bei. Auf diesem Stück beruht der am 30. Mai 2002 in
die deutschen Kinos kommende Spielfilm von Costa-Gavras "Der
Stellvertreter", in dem Kurt Gerstein nun ganz im Mittelpunkt steht. Der Film
nimmt sowohl fiktive Elemente (so Gersteins Vorstoß gegen die Judenvernichtung
beim Vatikan und bei Papst Pius XII.) als auch Fakten aus dem Leben Gersteins
auf. Gespielt wird Kurt Gerstein im Film von Ulrich Tukur.
Mit
Ausstellung und Film begegnen sich die Gestalt der Zeitgeschichte Kurt Gerstein
und die fiktive Person Kurt Gersteins; bei aller "Zwiespältigkeit des
Guten" hat so der "Spion Gottes" und "Zeuge des Holocaust" Kurt
Gerstein (so drei Buchtitel seiner Biographien) endlich die verdiente öffentliche
Anerkennung gefunden.
Die Ausstellung "Kurt Gerstein - Widerstand in SS-Uniform" wurde im Jahr 2000 in Berlin, Münster, Hagen und Bielefeld gezeigt. 2001 war sie in Bochum, Tübingen, Stadtallendorf und Neuruppin zu sehen. 2002 folgten Detmold, Paris, Bielefeld, Bochum, Tübingen (Hintergrund-Informationen auf dem Neckar-Alb-Citynetz), Wernigerode, Nordhorn, Ulm, Bad Boll, Oelsnitz und Minden als Ausstellungsorte. 2003 war sie u.a. in Bielefeld (Bethel), Iserlohn, Öhringen, Aalen, Bensheim und Stuttgart zu sehen.
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Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch erschienen: Bernd Hey und Matthias Rickling: Kurt Gerstein (1905-1945) - Widerstand in SS-Uniform, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2000, ISBN 3-89534-328-5 |
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Impressionen von Ausstellung und Deutschlandpremiere des Films in Bielefeld
Costa-Gavras
Costa u. Mühe
Hey und Costa
Ausstellung
Impressionen von der Gerstein-Ausstellung im Staatsarchiv Detmold
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